Sonntag, 19. Oktober 2014

Spiel-Vorschau: Star Wars Rollenspiel: Edge of the Empire

Schon gut ein Jahr alt und ich komme um ersten Mal dazu, das "neue" Star Wars Rollenspiel zu leiten. Ich habe es einmal spielen können und war sehr angetan. Aber hinter dem Schirm ist alles anders und so schreibe ich meine Erwartungen an das System nieder.

Was mich am allermeisten beim Spielen beeindruckt hat war der Würfelmechanismus. Statt "normaler" Würfel (welche Würfel sind im Rollenspiel schon normal?) sind die Star Wars Würfel nicht mit Ziffern bedruckt sonder mit Symbolen. Dadurch soll es möglich sein, einen höheren narrativen Ansatz bei der Interpretation den Würfelergebnisses zu fahren.

Statt zu sagen ich treffe mit +8 über dem Zielwert, hat man einen oder mehrere Erfolge und weitere Würfelergebnisse, die sagen wie gut oder schlecht das Ergebnis ist. So kann trotz Fehlschlag dennoch etwas positives passieren oder umgekehrt man schafft es über die Absperrung zu springen aber so unglücklich, dass man stolpert.

Gerade Kämpfe sollen hiervon gut profitieren, denn es ist nicht mehr so ein numerisches Rumrechnen  wie etwa bei D&D oder Pathfinder sondern eben anders.

Zum zweiten bin ich auf die Kampfregeln gespannt. man nimmt bei diesem Rollenspiel Abstand von Miniaturen und präzisen Positionen auf dem Spielfeld. Statt dessen gibt es mehrere Distanzen und jeder Kombattant befindet sich zu anderen Kombattanten in einer Position und in einer Distanz. Das soll schnellere und cineastischere Kämpfe ermöglichen. Ich bin gespannt ob der Weg weg von Richtung Tabletop gut spielbar ist.

Als letzten Punkt bin ich gespannt wie die Charakter Erschaffung läuft. Wir werden drei SC haben und einen SL. Ich persönlich finde die Mischung aus Talentbäumen, wie wir es von Warnammer 40k Produkten kennen und dem aus Warhammer Fantasy 3rd Ed. sehr spannend. Und ich bin neugierig wie viele Macht Sensitive wir in der Gruppe haben werden.

Wir haben für die Runde einmal drei oder vier Abende angesetzt. Der erste Abend wird vorwiegend für Regelklärungen und Charaktererschaffung draufgehen. An den restlichen Abenden überlege ich noch ein kleines Abenteuer (etwa aus dem GM Kit) zu spielen oder gleich den ersten Teil von "Beyond the Rim".

Ich bin gespannt, was ich nach dem ersten Abend / den ersten Abenden schreiben werde, wie sich meine Fragen und Erwartungen an das System erfüllt haben oder eben nicht. Meine Erwartungen sind hoch...

Ein Klassiker aus Arkham

Ganz in der Nähe von Arkham in den Hügel  liegt eine alles Herrenhaus. Dem Vernehmen nach sollen dort die Whateleys das Necronomicon versteckt haben - kurz nach dem Tod es alten Whateley.

Das ruft insgesamt bis zu vier Fraktionen auf den Plan, die alle nach dem Necronomicon gieren, und eine Fraktion ist missratener als die andere.

Das bietet den Hintergrund für "The Hills Rise Wild" aus dem Jahr 2000. Es handelt sich um ein Tabletop Game mit Papier-Miniaturen. Reichweite und Line of Sight Themen werden genregemäß mit einem Massband ausgemessen.


Jede Fraktion, seien es Kultisten, die Magie beschwören können, Guhle, Deep Ones oder die Whateley-Mutanten selbst suchen zuerst in dem ausgelegten Gelände nach dem Schlüssel, der Ihnen das Herrenhaus öffnet. Dazu müssen sie verschiedene Gebäude durchsuchen, in denen leider nicht nur der Schlüssel zu finden sind sondern auch andere Dinge, die sich vorteilhaft wie nachteilig für den Spieler auswirken können.



Dazu kommt ein heftiges Jeder-Gegen-Jeden, das sich schon als Shoutout ab der ersten Runde darstellt. Klar eine Fraktion weniger bedeutet weniger Gegner auf dem Weg zum Necronomicon. Hat dann eine Fraktion das Buch ergattert, muss sie es in den eigenen Zirkel bringen und eine Beschwörung starten. Gelingt die Beschwörung bevor man selbst Opfer eines Angriffs wurde, hat man das Spiel gewonnen.

Das klingt leichter als es ist. Die Aufgaben mit dem Durchsuchen der Hütten, dann das Wettrennen um das Necronomicon und schließlich das Finale mit der Beschwörung - und das unter ständigem Feuer der anderen Gruppen ist ein großer Spaß.


Das Spiel spielt sich flott und auch Mitspieler die eher Brettspiele spielen kommen mit dem Tabletop-Ansatz gut zurecht weil er simpel und dennoch ausreichend ist. Dadurch dass zuerst eine explorative Phase kommt und dann zwei Phasen in denen Position und Schnelligkeit zählen, gerät das Spiel auch nicht in den Verdacht ein reines Kampf-Tabletop zu sein. Es bewahrt die Elemente, die man eher aus dem Brettspiel kennt gut und kombiniert sie zu einer gelungenen Form.

Wir hatten großen Spaß mit dem Spiel aus dem 80er. Die Anleihen an den Cthulhu-Mythos sind gelungen und das Spiel ist einfach aber dennoch schön aufgemacht. Wer das Spiel noch in die Finger bekommt sollte zugreifen - es bedeutet 2-3 Stunden kompakten Spielspaß.

Samstag, 18. Oktober 2014

Kooperatives Descent

Der eine oder andere mag den Dungeon Crawler Descent in der 2nd Edition von Fantasy Flight Games kennen. Den mutigen Helden der Spieler steht der fiese Overlord gegenüber, der von eine Art Spielleiter gespielt wird. Man hat also die klassische Rollenspielsituation, alle Spieler gegen den einen Spieler, der die Monster und Ereignisse spielt.

Das macht unbenommen Spaß und ist auch eine der Stärken von Descent. Nun gibt FFG aber für die Game Nights ab und an ein kooperatives Abenteuer heraus.

Kooperativ? Was ist mit dem Overlord? Geht das überhaupt?

Es geht und das wirklich gut. Wir hatten bei Merlins in Wiesbaden eine Descent Game Night, bei der wir uns ohne Overlord gegen das Spiel gestürzt haben, um ein paar Arme Dörfler aus den Fängen eines gemeinen Ettins zu retten.




Die ganze Zeit begleitete uns Desmond ein älterer Heiler, der im Dorf übrig geblieben war und die Kinder der entführten Eltern betreute.

Der Ettin war jedoch auch nicht alleine - er wurde von pfeilschiessenden Gobelin, Höhlenspinnen und Merriods umgeben, durch die wir uns durchkämpfen mussten. Zwischendrin wurde immer mal wieder eine Aufgabe gestellt, die es zu meistern galt, etwa Dorfbewohner retten.

Aber zurück zum Kooperativen: Der Spielplan steht nicht wie beim normalen Spiel vorher fest, sondern nach jeder Szene gibt es eine Tür und wenn die geöffnet wird, wird per Kartenzug entschieden, welche Szene folgt. Auf der Karte stehen dann noch Besonderheiten für die Szene. Im Handbuch sind die Szenen kartographiert und etwaige Monster und Suchfelder werden platziert. Es gibt drei Hauptszenen, an denen es dann auch Erfahrungspunkte gibt, die man in neue Fähigkeiten investieren kann.



Die Anzahl der Monster variiert mit der Zahl der Spieler, ebenso kann nach einer gewissen Zeit der Akt II beginnen, damit werden die Monster härter und die Schätze besser.

Wie viele Schätze man bekommt wird auf zwei Skalen festgehalten, und bei einer entsprechenden "Kill-Rate" kann man Karten vom Loot-Deck ziehen.

Kommt es zum Kampf, was oft der Fall ist, wird für die Monster eine Aktivierungskarte gezogen, die Anweisungen gibt wie und in welcher Reihenfolge die bösen Kreaturen sich verhalten und wen sie zuerst angreifen. Das ist in etwa das, was man vom Computerspiel her als Scripting versteht.


Und so "verhält" sich das Spiel. Das Szenario erscheint halb per Zufall und die Monster verhalten sich immer mal wieder anders. Allerdings gibt es noch einen Schicksals- und einen Bedrohungsmarker, die sich je nach Spielverlauf aufeinander zu bewegen. Treffen sich beide verlieren die Spieler automatisch das Spiel. Das ist uns auch passiert in der letzten Szene - sehr ärgerlich aber man muss schon sehr effizient spielen, wenn man hier gewinnen will.

Dabei treibt einen das Spiel an. Leerlauf entsteht nie, denn wenn mal alle Monster besiegt sind und die Gruppe dennoch in der Szene verweilt, werden Gefahrenkarten gezogen, die die Gewinnchancen weiter dezimieren.


Ich finde das kooperative Descent sehr angenehm. Man hat ständig zu tun, die ganze Arbeit die sonst der Overlord macht, müssen die Heldenspieler selber machen. Es entsteht kein Leerlauf und ich ziehe kooperative den kompetitiven Spielen zumeist vor. Die Mechanismen wirken ausgereift und das Spiel bleibt auf der ganzen Länge eine Herausforderung.

Es spielt sich deutlich flüssiger als etwa die D&D Brettspiele (Ravenloft etc.) und es wird auch keine Monsterorgie.

Eine sehr gelungene Variante des bekannten Descent 2nd Edition und es bleibt zu hoffen, dass FFG noch einige Szenarien herausgibt.

Samstag, 13. September 2014

Mehr Zombie Spaß

Eine weitere Gelegenheit, ein für mich neues Spiel zu spielen war mit Dead Panik gegeben.


Ein paar Überlebende haben sich in einer Hütte verschanzt und müssen sich gegen Horden von Zombies verteidigen.

 


Jeder Überlebende hat eine bestimmte Fähigkeit, die allerdings nicht sehr ausgewogen sind. Die Fähigkeit etwa, zwei Gegenstände zu finden je Aktion ist deutlich besser, als die des Bauarbeiters, angerissene Wände zu flicken.

Waffen zur Verteidigung finden sie begrenzt im Haus selber. Ab und an kommen weitere Überlebende, die versuchen ins Haus zu kommen.

Das interessante an den Überlebenden ist, dass diese insgesamt drei Bauteile zum Erstellen eines Funkgeräts bei sich haben mit dem man den rettenden Pickup rufen kann, der dann mögliche Überlebende evakuiert.


Das Spielprinzip klingt simpel und der kooperative Stil machen es für Fans dieses Spieltyps interessant. Es spielt sich flott, deutlich flotter als etwa Zombicide, was mit den weniger vorhandenen taktischen Optionen zusammenhängen mag.

Auch wenn das Gefühl von "Sie kommen von überall her!?!" und "Wir werden alle Sterben!!!" ist es nicht ganz so packend wie etwa Zombicide. Die Immersion ist nicht so vollständig aber es ist dennoch ein Heidenspaß.





Sonntag, 7. September 2014

Zombicide Spaß

Auch wenn das Rollenspiel mangels Terminschwierigkeiten momentan ein wenig in den Hintergrund getreten ist, so will ich dann doch nicht auf das Spielen an sich verzichten. Neben den Favoriten, die man mal so zwischendrin spielen kann, wie Elder Sign oder 7 Wonders, hat es ein Spiel geschafft, mein Spielerherz zu erobern.

Von Zombicide stehen hier mittlerweile drei große Boxen herum und wir hatten schon mit Runden in verschiedenen Ausprägungen Spaß mit dem Spiel.


Das Grossartige an Zombicide ist, dass es das kooperative Spiel erzwingt. Ohne Absprachen ist das Spiel schnell zu Ende und nicht im Sinne der Spieler. Hier liegt aber auch die Gefahr, dass durch zu viele Absprachen und taktische Überlegungen zu viel Zeit verstreicht. Die Angabe zur Spieldauer der einzelnen Szenarien haben wir regelmäßig deutlich überschritten.


Aber der Spielspaß ist immens und durch die Comic-artige Aufmachung kann man das an sich düstere Genre Zombie-Apokalype auch in fröhlicher Runde mit "Unbedarften" spielen


Der "analoge Algorithmus", der das Spiel und damit die Zombies steuert ist zuverlässig und ein wenig berechenbar. Das Berechenbare wird aber immer wieder in der Zombie-Phase unterlaufen, wenn etwa ein Zombie-Typ eine zusätzliche Aktion bekommt.

Fazit: Großer Spielspaß mit einem opulent ausgestatteten Spiel. Es ist jedesmal mindestens knapp.

Die neue D&D Edition ist da und das ist gut so!

Egal ob man die Edition D&D Next oder D&D 5 nennen will, sie ist da und man muss sich mit ihr auseinandersetzen. Neben dem Starter-Set, den kostenfreien D&D Basics und dem Player Handbook ist bereits ein Teil eines großen Abenteuers erschienen - wobei mir letzteres noch nicht vorliegt.

Zum Spielen hatte ich noch keine Gelegenheit aber das Lesen des Startet-Kit und des Player Handbooks war spannend und aufschlussreich und - das ist das wichtigste - es macht Lust auf das Spiel selber.

Ich sehe das neue D&D als Versuch an, die Irrwege der 3. und 4. Edition und vor allem von Pathfinder zu korrigieren und das Spiel einfacher, im Ablauf flüssiger und stärker narrativer zu machen. Im Prinzip ein ähnliches Vorhaben, wie wir es bei 13th Age sehen, nur finde ich, dass es die Küstenzauberer ein bisschen besser getroffen haben.

Einige Highlights, die das Mühsame und Umständliche der Älteren Editionen korrigieren:

# Die Klassen sind einfacher geworden. Vorbehaltlich, dass es sicher noch Bücher mit Optionen geben wird, es ist wie bei den Essentials klar, wer welche Fähigkeiten in welchem Level hat. Es gibt verschiedene interessante Variationsmöglichkeiten, aber es artet nie aus. Und die Charaktere sind stark genug, bzw. haben genug mächtige Fähigkeiten, dass der Spielspaß hoch bleibt. Trotzdem scheint keine Klasse broken.

# Statt sich im Kamp hundertfache Modifikationen in Form von Plus oder Minus zusammenzuklauben und so ewige Diskussionen zu führen, gibt es jetzt nur noch Advantage und Disadvantage. Hat man einen von beiden würfelt man einen zweiten D20, nur dass im Fall des Advantages das höhere und im Fall des Disadvantages das niedrigere Ergebnis genommen wird. Und es ist egal wie viele Indikationen es für einen Advantage oder einen Disadvantage gibt, es reicht eine Gegenindikation und die beiden heben sich auf und es bleibt bei einem Würfel. Das ist sensationell, denn damit verschwindet das vom Spieltisch, was mich bei Pathfinder aber auch D&D 4 sehr angeödet hat.

# Moderates Buffen wird möglich. War es in D&D 3 / Pathfinder noch möglich sich vor einem Encounter mit zig Sprühen aufzuladen ging das in D&D 4 fast gar nicht mehr. Das neue D&D erlaubt hier moderates Buffen. Der Sprich "Haste" dauert eine Minute, aber nur wenn man ihn mittels Konzentration aufrecht erhält. Sprich man kann keinen zweiten Spruch per Konzentration aufrecht erhalten ohne den anderen zu canceln und vor allem im Falle von Schaden versiegt die Konzentration sofort.

# Das leidige Gieren nach dem Overkill Feat hat mit der neuen Edition auch ein Ende, denn die Feats sind zur optionalen Komponente geworden. Nimmt man sie hinzu, kann sich der Spieler immer dann, wenn eines seiner Attribute durch Aufsteigen gesteigert würde, einen Feat anstelle wählen. Entsprechend mächtig sind diese dann auch, aber es gibt keine hunderte mehr und das Meta-Feat-Gebrabbel im Advanced Class Guide von Pathfinder kommt gar nicht auf.

# Die Monsterbeschreibungen sind übersichtlich und schnell verwendbar notiert. Diese kommen wie eine gute Mischung aus 3. und 4. Edition daher. Sehr instruktiv, man weiss sofort wie man dieses oder jenes Monster spielt.

Apropos instruktiv, mir scheint die Sprache klarer geworden und man ist stärker darauf sensibilisiert, keine Zweideutigkeiten zu produzieren. Beim ersten Lesen ist mir kein Kandidat für eine FAQ aufgefallen.

Schön ist auch, dass man mit Minis spielen kann aber nicht muss - der Regelfall ist sogar das Spielen ohne Minis. Aber selbst wenn man mit Minis spielt, sind diese eher Orientierungshilfen als der Versuch einer ganz genauen Tabletop-Abbildung.

Auch wenn ich ein sehr großer Fan des klaren und aufgeräumten Layouts und Stils der 4th Edition war, so muss ich sagen, dass der ein bisschen Rhetro gehaltene Stil der neuen Edition mich sehr anspricht und die Fantasy beim lesen anregt.

Mir scheint, dass die Wizards mit der neuen Edition einen ganz großen Wurf hingelegt haben. Die Regelfuchser und Minmaxer, die bei Pathfinder ihr zu Hause gefunden haben, sprechen sie vielleicht nicht an, aber sonst eigentlich alle. Für Einsteiger ist es einfach und sie bieten viele Beispiele für Anfänger und für Veteranen ist es genauso attraktiv. Es macht einfach Spass, sich auf die ersten Runden zu freuen.

Montag, 19. Mai 2014

Neue Version von Dungeons & Dragons angekündigt

Lange pfiffen es die Spatzen von den Dächern, jetzt stehen die ersten Produkte und Veröffentlichungsdaten fest.

Bei Amazon lässt sich schon das Starterset vorbestellen, das im Juli erscheinen wird.

Für alles Weitere und eine wunderbare Replik auf den 3.5er Abklatsch Pathfinder verweise ich auf Obskures.de - schöner lässt es sich kaum schreiben.

Interessant ist, dass Starter Set, Player Handbook, Dungeon Master Guide und Monster Manual nicht parallel sondern zeitversetzt publiziert werden. Und man soll trotzdem schon spielen können - wie Mike Mearls auf Twitter versicherte: